20570: Man kann einem Zug mehrere Geschwindigkeitsprofile zuweisen. Man kann aber auch Geschwindigkeitsprofile anlegen, die aus mehreren anderen zusammengesetzt werden ("Makro-Profile"). Sind das zwei äquivalente Möglichkeiten?

Man kann einem Zug mehrere Geschwindigkeitsprofile zuweisen. Man kann aber auch Geschwindigkeitsprofile anlegen, welche aus mehreren anderen Geschwindigkeitsprofilen zusammengesetzt werden („Makro-Profile“). Sind dies zwei äquivalente Möglichkeiten oder worin besteht der Unterschied?

 

Wenn man einem Zug bereits mehrere Geschwindigkeitsprofile zuweisen kann, scheint es unnötig, warum man dann auch noch Makro-Profile anlegen kann. Die Ursache hierfür hat viel mit unterschiedlichen Gepflogenheiten und Anforderungen beim Arbeiten mit Geschwindigkeitsprofilen zu tun.

Es hat durchaus Vorteile, Geschwindigkeitswechsel bzw. Langsamfahrstellen in nach Ursachen getrennten Geschwindigkeitsprofilen zu verwalten, also z. B. die Oberbaumängel in einer Liste, bogenbedingte Geschwindigkeitsbegrenzungen in einer anderen Liste, und Brückenmängel wieder in einer anderen. Die generell zulässigen Höchstgeschwindigkeiten (Grundgeschwindigkeiten) werden dann ebenfalls in einem separaten Grundprofil verwaltet. Eine solche Trennung erhöht die Übersicht und vereinfacht meist auch die Bearbeitung, wenn sich einmal etwas ändert.

Damit ein Zug nun alle die gleichzeitig geltenden Geschwindigkeitsprofile beachtet, kann man entweder dem Zug mehrere Geschwindigkeitsprofile zuweisen, oder eben Makro-Profile erstellen, die ihrerseits aus mehreren anderen Geschwindigkeitsprofilen bestehen. Beide Möglichkeiten haben ihre Vor- und Nachteile:

  • Bei Verwendung von Makro-Profilen kann der Anwender beim Einlegen von Zügen nicht vergessen, alle notwendigen und zusammengehörigen Zusatzprofile anzuklicken. Man kann auch die Grund- und Zusatzprofile ausblenden. Dies ist vor allem sinnvoll, wenn konkrete Jahres- oder Tagesfahrpläne erstellt werden sollen.
  • Demgegenüber ist es für strategische Planungen meist günstiger, wenn man alle Grund- und Zusatzprofile an den Zügen zur Verfügung hat und flexibel ein- und ausschalten kann. Dann kann man z. B. auch schnell einmal prüfen, wie sehr sich die Fahrzeit ohne bestimmte Mängel verkürzt und verschiedene Kombinationen vergleichen.

Es gibt jedoch auch noch einen wichtigen funktionalen Unterschied zwischen beiden Möglichkeiten: Makro-Profile erben nicht automatisch die funktionalen Eigenschaften (Registerseite Funktion) ihrer Quell-Profile. Man kann und muss daher einem Makro-Profil seine eigenen funktionalen Eigenschaften geben und damit ggf. die Eigenschaften der Quell-Profile überschreiben bzw. verändern, kann also ein Makro-Profil z. B. auch außerhalb der Gültigkeit eines seiner Quell-Profile anwenden. Bei direkter Referenz am Zug ist dies nicht möglich.

20570: FPLab4.8.1, Streckendaten, Verwendung von Geschwindigkeitsprofilen

Zuletzt aktualisiert am 30.01.2017 von iRFP-Support.

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