20806: Kann man die Betriebsleistung ("Zugkilometer") auch für von den Entfernungen abweichende "Tarifkilometer" berechnen lassen?

Zunächst benötigt FBS auf Grund der physikalischen Funktionalitäten die tatsächliche Entfernung zwischen den Betriebsstellen und berechnet auch die Statistik nach diesen Entfernungen. In einigen bestehenden Verkehrsverträgen sind jedoch Abrechnungen nach individuellen, nicht den Entfernungen entsprechenden Kilometern vereinbart. Seit Januar 2010 gibt es hierfür in iPLAN eine spezielle Funktion, um für solche Fälle die scheinbare Betriebsleistung („Zugkm“) berechnen zu können:

In der iPLAN-Statistik gibt es die Registerseite Querschnittsbelegung. Diese Tabelle enthält die Anzahl Züge für jeden Streckenabschnitt des Netzes. Eine Einzelaufschlüsselung der Züge eines Abschnitts wird angezeigt, wenn ein bestimmter Abschnitt markiert wird.

Mit diesem Fenster ist es möglich, Betriebsleistungen in FBS zu berechnen, die sich nicht auf die tatsächlichen Entfernungen beziehen. Dazu kann man jedem Streckenabschnitt der Tabelle Querschnittsbelegung eine externe Abschnittslänge eingeben (Doppelklick auf eine Zeile, Enter-Taste oder rechte Maustaste). Damit die so eingegebenen Abschnittslängen nach Schließen des Fensters nicht verfallen, kann man sie in einer einfachen Textdatei speichern (rechte Maustaste). Die Zuordnung der externen Abschnittslängen zu den Streckenabschnitten geschieht über die vollständige Bezeichnung des Abschnitts. Wird ein Abschnitt durch Ändern des Fahrplans (neuer Zug, Laufwegsabschnitt) geteilt (z. B. vorher Göschwitz <-> Saalfeld, nachher Göschwitz <-> Rudolstadt und Rudolstadt <-> Saalfeld) oder zusammengefasst, müssen die entstehenden neuen externen Abschnittslängen manuell ergänzt werden. Da solche Tarifkilometer häufig nicht entfernungsproportional sind, nimmt das Programm hier keine eigenen Berechnungen vor.

Diese Funktionalität ist ein Kompromiss, um FBS nicht zu sehr mit „nichttechnischen“ (willkürlichen) Zusammenhängen zu überfrachten. Bei vernünftiger Anwendung ist flüssiges Arbeiten z. B. mit TPS-Kilometern möglich. Jede einzelne Abschnittslänge muss nur einmal eingegeben werden; die Abschnittsgrenzen verschieben sich i. d. R. nur selten.

 

Bevor es diese „offizielle“ Lösung für Zugkilometer nach Tarifkilometern gab, konnte man sich hier mit einem „Workaround“ behelfen - dem Übernehmen von Zügen in einen anderen Bildfahrplan (mit anderen Entfernungen). Dieser „Workaround“ ist eigentlich nicht mehr notwendig, trotzdem wollen wir Ihnen die Beschreibung hier im Sinne von Tipps und Tricks nicht vorenthalten:

  1. Es wird eine Kopie der Strecke(n) ohne Züge angelegt (z. B. über Datei / Neu / vorhandene Datei ohne Züge kopieren).
  2. In dieser Kopie werden einmalig die Infrastruktur-Entfernungen auf die Tarifkilometer korrigiert.
  3. Zur Berechnung der korrigierten Statistik werden die Züge aus der eigentlichen Planungsdatei (mit den korrekten Entfernungen) in die Datei mit den Tarifkilometern übernommen (Funktion Bearbeiten / Züge aus anderer Strecke übernehmen). Im Fenster Auswertung / Statistik-Tabelle ist unter Bereiche u. a. die Option Statistik auch für übernommene Züge einzuschalten.

Die Statistik-Fahrplandatei braucht nicht mit Zügen gespeichert zu werden. Nur Schritt 3 braucht bei zukünftigen Fahrplänen wiederholt zu werden.

Das Übernehmen von Zügen von einer Fahrplandatei in eine andere mit abweichenden Entfernungen ist möglich. Die Anzahl und die Abkürzungen aller Betriebsstellen im zu übernehmenden Bereich müssen identisch sein. Die Namen der Betriebsstellen können unterschiedlich sein.

Es wird davon ausgegangen, dass differierende Kilometrierungen mit konsequenterem Einsatz der Rechentechnik im Fahrplanungsprozess nicht neu auftreten (z. B. bei Neuvergabe der Verkehrsverträge korrigiert werden).

28.08.2008, ergänzt 17.08.2010

Zuletzt aktualisiert am 29.03.2017 von iRFP-Support.

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