40400: Warum sieht z.B der Tabellenfahrplan am Bildschirm anders aus als auf dem Ausdruck, obwohl es sich um "what you see is what you get" handelt?

Das Problem ist die deutlich unterschiedliche Auflösung (Anzahl Punkte) zwischen Bildschirm und den meisten Druckern: Während ein Bildschirm in etwa 100 Bildpunkte pro Zoll hat, liegt die Auflösung bei Druckern in der Größenordnung 600 bis mehrere Tausend Punkte pro Zoll (dpi = dots per inch), also etwa um den Faktor 10 höher. Wenn ein Zeichen auf dem Drucker z. B. 75 Punkte groß ist, müsste es bei 1:10 am Bildschirm also 7,5 Punkte groß sein, was natürlich nicht möglich ist, weil man keine halben Bildpunkte leuchten lassen kann. Es bleibt also nur, das Zeichen 7 oder 8 Punkte hoch zu zeichnen, und damit eben nicht exakt wie beim Ausdruck. Normalerweise stört dieser Rundungsfehler nicht sehr. Wenn jedoch wie beim Tabellenfahrplan sehr viele sehr kleine Zeichen in Folge ausgegeben werden müssen, die alle den gleichen Rundungsfehler haben, summiert sich der Fehler bis zu einer Größenordnung, die nicht mehr vernachlässigbar ist. Dann kann es schon einmal passieren, dass beim Ausdruck plötzlich etwas aufs Blatt passt, was auf dem Bildschirm nicht passte - oder umgekehrt. Da dieser Fehler systembedingt ist, kann man ihn regelmäßig bei Software beobachten, die mit vielen kleinen Zeichen umgeht.

Der rechentechnische Aufwand zum Ausgleich dieses Fehlers am Bildschirm (z. B. durch abwechselndes Zeichnen von 7 und 8 Punkt hohen Zeichen im obigen Beispiel) würde erfordern, dass zum Ausdruck andere Algorithmen benutzt werden als zur Ausgabe am Bildschirm. Dies wäre jedoch nicht im Sinne des Grundsatzes "what you see is what you get". Außerdem müsste die Ausgabe am Bildschirm dann abhängig vom aktuellen Drucker und dessen Auflösung sein. Daher können wir Ihnen leider kein 100prozentiges „WYSIWYG“ bieten. Die FBS-Druckvorschau vermeidet das Problem jedoch weitgehend und bietet daher ein realistischeres Abbild eines bevorstehenden Drucks. Rechnen Sie also vor allem beim Arbeiten mit dem Tabellenfahrplan damit, dass sich die Blattteilung beim Ausdruck nochmal ändert und abhängig von der konkreten Druckauflösung (dpi des Druckers) ist.

Als "Faustregel" kann übrigens auch gelten, dass die Ansichtsverhältnisse am Bildschirm denen des Ausdrucks entsprichen, wenn sie nur hinreichend vergrößert sind. Beim Verhältnis von 1:10 der Auflösungen von Bildschirm und Drucker würde sich also etwa ab einer "Zoom-Stufe" von 1000 % kein Fehler am Bildschirm mehr auftreten. Sie können dies leicht experimentell prüfen: Beim Wechsel zwischen niedrigeren "Zoom-Stufen" springt die Anzeige am Bildschirm oftmals; ab etwa 1000 % jedoch nicht mehr - dann ergeben sich immer die gleichen relativen Abstände.

Die in FBS integrierte PDF-Ausgabe unterliegt nicht den Restriktionen des Bildschirms: Für sie gilt eine "virtuelle" Auflösung von 7200 Punkten pro Zoll. Damit ergeben sich selbst gegenüber modernsten, hochauflösenden Druckern keine Abweichungen in direkt aus FBS erzeugten PDF-Dateien.

Zuletzt aktualisiert am 29.03.2017 von iRFP-Support.

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